Ehrlicher Einstieg
Glutenfreie Pizza ist nicht "normale Pizza ohne Weizen". Es ist ein anderes Verfahren mit einem anderen Ziel. Lass diese Erwartung los, und du machst etwas richtig Gutes. Hältst du daran fest, wirst du enttäuscht.
Warum es ein anderes Tier ist
Gluten macht Weizenteig dehnbar, luftig und kaubar. Glutenfreie Mehle (Reis, Tapioka, Kartoffel, Mais) haben davon nichts. Deshalb gilt:
- Kein Kneten – es gibt kein Gluten aufzubauen
- Kein Falten, kein Dehnen, kein Werfen – der Teig ist eine dicke Paste, keine elastische Kugel
- Keine lange Kaltgare – ein kurzes Gehen reicht
Statt Gluten baust du Struktur mit Bindemitteln.
Die zwei entscheidenden Bindemittel
- Flohsamenschalen – der Star. Sie bilden ein Gel, das Gas einschließt und den Teig zusammenhält. Etwa 3–4% der Mehlmenge.
- Xanthan – bringt Elastizität und verhindert Bröseln. Wenig genügt (~1%).
Nimm eine fertige glutenfreie Mehlmischung (Reis + Tapioka/Kartoffel) plus Flohsamen für das zuverlässigste Ergebnis.
Wie sich der Teig verhält
- Nasser: 80–90% Hydration sind normal – Stärken und Flohsamen trinken viel
- Klebrig und streichbar: du drückst und streichst ihn auf Backpapier oder ins Blech, du dehnst ihn nicht
- Weniger Trieb: er geht mäßig auf, verdoppelt sich nicht wie Weizenteig
Der eine Trick: Vorbacken
Backe den nackten Boden 5–7 Minuten, bevor du belegst. Das festigt die Kruste und verhindert den Klassiker-Fehler glutenfreier Pizza – eine gummiartige, klitschige Mitte unter der Sauce.
Was dabei herauskommt
Ein knuspriger, zarter Boden mit neutralem Geschmack, der den Belag führen lässt. Er hat nicht den Biss eines neapolitanischen Cornicione – und das ist völlig okay. Er ist seine eigene Sache, und eine gute.
Schritt für Schritt
Du willst Zeiten und Mengen live durchgespielt? Der Dough Companion hat jetzt eine eigene glutenfreie Anleitung – Mischen, Quellruhe, einmaliges Gehen, nasses Formen und Vorbacken, Schritt für Schritt.


